Wertstromanalyseim öffentlichen Nahverkehr
Wie wir bei Verkehrsbetrieben einer Großstadt Lean in den öffentlichen Sektor gebracht und Prozesse sichtbar, verständlich und optimierbar gemacht haben.
„Wertstrom? Das geht doch nur in der Produktion.“
Genau diesen Satz hört man oft.
Und genau diesen Satz haben wir in einer großen deutschen Stadt erfolgreich widerlegt.
Die Verkehrsbetriebe – mit Straßenbahnen, Bussen, Werkstätten, Leitstellen, Servicebereichen und Verwaltung – standen vor der Herausforderung, ihre Abläufe transparenter und effizienter zu gestalten. Die Organisation war komplex, geprägt von vielen Schnittstellen, Abhängigkeiten und täglichen Herausforderungen, die im Hintergrund oft unsichtbar bleiben.
Doch wir wollten zeigen:
Lean funktioniert überall – auch dort, wo keine Maschinen stehen, sondern Menschen täglich eine ganze Stadt bewegen.
Der Ansatz: Wertstrom für den öffentlichen Sektor übersetzen
Unser Ziel war es nicht, ein Produktionswerkzeug einfach „überzustülpen“, sondern die Methode so zu übersetzen, dass sie im Kontext öffentlicher Dienstleistungen verständlich, anwendbar und wirksam wird.
Wir haben:
• erklärt, was Wertstrom wirklich bedeutet
• gemeinsam mit den Teams Prozesse sichtbar gemacht
• Durchlaufzeiten, Wartezeiten und Engpässe analysiert
• Schnittstellen zwischen Service, Technik, Planung, Administration und Betrieb betrachtet
• Mitarbeitende in Workshops qualifiziert
• Schritt für Schritt Lean-Kompetenz aufgebaut
Zum ersten Mal war für alle erkennbar, wie viele Schritte, Beteiligte und Abhängigkeiten ein einzelner Prozess im ÖPNV tatsächlich hat – und wo die größten Potenziale liegen.
Die Wirkung: Lean macht den Verkehr flüssiger
Durch die Wertstromanalyse konnten wir mehrere Verbesserungsfelder identifizieren:
• reduzierte Wartezeiten bei technischen Freigaben
• klarere Schnittstellen zwischen Leitstelle, Werkstatt und Fahrbetrieb
• verbesserte Kommunikation bei Störfällen
• schnellere Abstimmungen zwischen Verwaltung und operativen Bereichen
• höhere Transparenz in der Arbeitsplanung
• strukturiertere Abläufe im Störungs- und Ereignismanagement
Die Teams waren überrascht, wie viel Potenzial sichtbar wurde – obwohl „keine Produktion“ im klassischen Sinne stattfand.
Und genau das war der entscheidende Erfolg:
Ein gemeinsames Verständnis für Prozesse, für Wertströme und für die Bedeutung von Zusammenarbeit über Bereichsgrenzen hinweg.
Weil sie zeigt:
Lean ist kein Werkzeugkasten für Fabriken.
Lean ist eine Denkweise, die überall dort funktioniert, wo Menschen Leistungen erbringen – egal ob sie Züge fahren, Busse reparieren, Tickets verkaufen oder in der Verwaltung arbeiten.
Die Wertstromanalyse hat den Verkehrsbetrieben eine neue Sicht auf ihre Abläufe gegeben – und den Mitarbeitenden das Vertrauen, dass sie Prozesse aktiv gestalten können.
Damit ist Lean im öffentlichen Nahverkehr angekommen – wirksam, menschlich und nachhaltig.
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